Jugendporträt – Pammy
Transcript
Meine Mama ist lustig, uhm
Sie macht immer ganz viele Witzeso,
ja über eigentlich so jedes über eigentlich alles.
Und ihre Lache ist lustig, und sie lacht immer so “hahahaha” es ist total cool. Ja
Und an meiner Mama ist cool, dass sie meine Geschwister gemacht hat. Ja.
Ich wohne in einer WG, in einer betreuten Verselbständigungs- WG.
Das bedeutet so viel, dass wir wenn wir hier rein kommen,
darauf vorbereitet werden,
wie es halt ist,
wenn man sein eigenen Haushalt führt und alles sowas.
Damit man hier rein kommt,
muss schon was passiert sein. Also,
was mir jetzt passiert ist,
ist, ich hab’ mich halt sehr oft mit meiner Mutter gestritten.
ja wegen Kleinigkeiten und dann gab auch halt so Sachen,
Situationen da sind wir handgreiflich geworden.
Dann bin ich weg von Mama.
Hab’ woanders gewohnt für eine kurze Zeit, und dann bin ich zum Jugendamt gegangen.
Und dann bin ich in der WG gekommen also in diese WG gekommen.
Die Hauptsituation, warum ich und meine Mama so aneinander geraten sind,
war halt schon öfter, dass sie mit Geld nicht umgehen konnte.
Es war zwar am Anfang des Monats der Kühlschrank voll,
dann wurde er aber zum Mitte leerer und dann zum Schluss war kaum mehr was da.
Sie hat sich dann irgendwie jeden Tag eine Schachtel Zigaretten gekauft und
Ja das war zum Beispiel halt das Geld war ein großes Thema.
Dann die Freizeit, beziehungsweise auch die Freiheiten,
die man ja dann irgendwo als Jugendliche oder irgendwann als Jugendliche dann irgendwann auch haben möchte,
also Privatsphäre das hat auch nicht gestimmt.
Ja und dass ich halt so ziemlich für alles zur Schuld bekommen habe,
hat mich auch so ein bisschen wütend gemacht auf jeden Fall.
Befreit ja aber, also ich hab’ mich befreit gefühlt aber
das ging relativ schnell, als ich gemerkt hat dass es einfach...
es ist irgendwo immer meine Mutter und wird’s halt auch immer bleiben.
Und da kann eigentlich schief gehen was will aber irgendwo kann man seiner Mama nicht lange sauer sein.
Also ich zumindest nicht, ich glaub’ da bin ich zu sehr Familienmensch für.
Ich denk’ mal, irgendwo brauchte ich halt noch einfach diese räumliche Trennung, diese Freiheit irgendwo,
weil ich kann hier entscheiden wann ich Zuhause sein möchte.
Ich hab’ eine gewisse Spanne, in der ich da sein muss, klar aber es ist halt nicht so, ich werd’ nicht mehr behandelt wie so ‘n baby.
Was mir jetzt für die Zukunft wichtig ist, ist halt einfach ja dass ich so diesen Trotz
Einfach, also aus diesen Teufelskreis, wie man so schön immer sagt ausbreche und dann einfach nicht wie meine Familie hier in Hellersdorf bleibt,
sondern einfach raus, weil es ist, für mich ist es einfach keine Gegend.
Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass später mal meine Kinder auch hier aufwachsen.
Also da würde ich mir echt freiwillig voll die Kugel geben.
Das wär’ mir schon wichtig, dass ich hier irgendwie rauskomme.
Ich denk’ dass ich durch die Erfahrung, die ich gemacht hatte damals,
irgendwie halt einfach schon stärker bin als andere.
Einfach aus dem Grund, weil ich auch halt irgendwo weiß, wie tief...
wie tief man runterfallen kann.
Und einfach auch was die Schmerzen angeht, also nicht körperlich, auch seelisch und so was.
Und andere sind halt einfach nicht so in dem Sinne. Die können es vielleicht nicht so verkraften wie ich jetzt.
Junge Leute haben überall spannende Geschichten zu erzählen. Wir porträtieren junge Leute aus verschiedensten Ecken Deutschlands. Den Anfang der Serie macht Pammy, ein 18Jähriger aus dem Ostberliner Bezirk Hellersdorf.
Eine zweite version des Videos ohne Untertitlen findet man .