Grime Kid.  © www.charliebitme.co.uk

Grime in Berlin

Für die Kids aus London ist Grime kein Fremdwort, sondern tief verankert in der Kultur der Metropole. Herausgewachsen aus dem  amerikanischen Hip Hop und dem englischen 2 Step und der Garage Musik, blieb Grime lange Zeit eine aggressive, auf Londons Eastend beschränkte Musikrichtung, die vor allem Gewalt und sozialer Unterschicht assoziiert wurde . Sogar in England blieb Grime zunächst eine lange Zeit beschränkt auf eine kleine Szene, hat dann aber doch langsam, aber sicher den Mainstream erobert . Vorreiter der englischen Alternative zu Hip Hop waren die Künstler Wiley und Dizzee Rascal.

Seit dem Jahr 2000 bahnt sich das junge Genre seinen Weg durch die Medien. Erst 2007 schaffte Dizzee Rascal es mit seinem Album Maths + English , auch internationalen Erfolg – hauptsächlich in den USA – zu verbuchen. Damit ist allerdings der Weg zum Erfolg noch nicht geebnet. Es bleiben weiterhin hauptsächlich Wiley und Rascal, die die Preise und Nummer 1 Hits erzielen. Grime geht insgesamt über diese Pioniere hinaus und lebt weiter von seiner starken Underground-Bewegung.

Seit einigen Jahren findet Grime auch in Berlin eine interessierte Gefolgschaft . Mit der „ Grime Time”, einer Partyreihe aus dem   WMF , wurde eine Plattform geschaffen für die Musik, Auftritte und DJs, die regelmäßig in Berlin den Sound aus UK spielen. Doch erst seit Kurzem schaffen es auch weitere Elemente der basslastigen Musik in die Mainstream-Clubs. Das hängt nicht zuletzt mit dem Erfolg von Dubstep und einer generellen, globalen Durchsetzung „englischer Sounds“ zusammen.

Dank der schnellen Vernetzung durch das Internet konnten junge Talente wie The XX die Einflüsse aus ihrer Heimat mit den Popklängen der Gegenwart vermischen und sie zu Erfolg führen. Danach betrat James Blake die Bühne, der parallel zu einem Dubstep-Boom eine intelligente Erweiterung der Genre-Experimente international belebte. Doch auch viele Produzenten aus den USA bedienten sich in letzter Zeit immer häufiger Elementen aus Garage, Grime und Dubstep. Hudsown Mohawk, Jacques Greene und andere konnten durch das Internet einen einheitlichen, experimentellen, basslastigen und irgendwie „englischen Sound” verbreiten. Schließlich ist Grime nun auch in Berlin angekommen: Im Prince Charles findet die sogenannte „Revolution No. 5” auf monatlicher Basis statt, daneben gibt es noch die neueste Partyreihe „X”, welche sich allgemein englischer „Urban Music“ verschrieben hat. Mit dieser Entwicklung wird sich vielleicht auch Berlins eiserne Technoszene etwas auflockern.