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Bauhaus: Ideen aus Thüringen erobern die Welt

Die Chaiselongue von Le Corbusier, der Eames Chair von Charles Eames oder die architektonischen Entwürfe von Ludwig Mies van der Rohe sind international bekannt und zieren weltweit schicke Lofts und öffentliche Plätze. Designkenner wissen, dass sie Produkte einer Kunstbewegung aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind, die sich Bauhaus nennt.

Doch wie sieht es mit ihren Entstehungsorten und der Philosophie aus? Wer kennt die Geburtsorte eines Stils, der bis heute Architektur und Design prägt? Und wer weiß, was sich die Künstler dabei dachten?

Heimat des Bauhausstils ist nicht etwas New York oder Mailand, sondern es sind die zwei kleinen deutschen Städte Weimar und Dessau, in den Bundesländern Thüringen und Sachsen-Anhalt gelegen.

Die Erfolgsgeschichte des Bauhauses begann im März 1919 in Weimar. Der Architekt Walter Gropius gründete das Bauhaus als Kunsthochschule für Malerei, Kunstgewerbe und Baukunst. Seine Idee war die Zusammenführung aller künstlerischen Disziplinen. Die Studenten sollten auf allen Gebieten der bildenden Kunst und auch des Handwerks ausgebildet werden.

Als Dozenten rief er sich renommierte Künstler wie Mies van der Rohe und Hannes Meyer an die Hochschule.

Als Sitz seiner Hochschule wählte Walter Gropius mit Weimar eine kulturgeschichtlich und historisch sehr bedeutende Stadt Deutschlands. Die Schriftsteller Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottfried Herder lebten hier und schrieben einige der wichtigsten Werke der deutschen Klassik. Heute kann man ihre Wohnhäuser besichtigen, genau wie die Wirkungsstätten des Philosophen Friedrich Nietzsche und des Musikers Franz Lizst, die sich ebenfalls für ein paar Jahre in Weimar niederließen.

Einige Monate vor der Eröffnung der Kunsthochschule wurde in Weimar im November 1918 die erste deutsche Republik gegründet – die Weimarer Republik.

Der erste Weltkrieg war vorbei und es herrschte eine Stimmung des Aufbruches und der Hoffnung in Deutschland, die sich auch auf die Kunstszene übertrug.

Die Anhänger des Bauhauses hatten große Ziele. Sie wollten mit ihrer Kunst die Welt verbessern, indem sie Kunst in den Alltag der Menschen integrierten. Ihre Werke sollten nicht nur für die Reichen erschwinglich, sondern für jeden zugänglich sein.

Diese neuen, revolutionären Ideen zogen internationale Künstler wie Lyonel Feininger, Paul Klee, Johannes Itten, Oskar Schlemmer oder Wassily Kandinsky in die kleine deutsche Stadt in Thüringen. Auch als die Kunsthochschule 1924 nach Dessau in Sachsen-Anhalt umziehen musste, folgten ihr fast alle Künstler und Dozenten.

Grund für den Umzug war der Druck konservativer Politiker und die Kürzung von Geldern. Die politisch rechten Parteien waren von Anfang an gegen die Gründung gewesen, da ihnen die liberalen Ideen der Bauhauskünstler nicht gefielen.

Während der sieben Jahre in Dessau wandte sich das Bauhaus immer mehr der Industrie zu. Durch die Nutzung von Massenproduktion sollten die Bauhausprodukte für die breite Bevölkerung zugänglich gemacht werden.

Doch die politische Entwicklung in Deutschland erschwerte die Arbeit der Kunsthochschule. Ihre Ideale, ihre Philosophie und die künstlerische Ausrichtung der dort tätigen Maler wurden von den Nationalsozialisten, die in Deutschland mehr und mehr Macht gewannen, nicht toleriert. 1932 wurde das Bauhaus aus Dessau vertrieben. Ein knappes Jahr konnte die Schule in Berlin noch weiter bestehen, bis sie endgültig von den Nationalsozialisten zur Auflösung gezwungen wurde .

Zur Massenproduktion der Bauhaus-Produkte kam es nie. Trotzdem prägen der Stil und die Ideen der Kunstbewegung bis heute internationale Architektur und Design. Besonders in der Architektur erlebt der Bauhausstil in den letzten Jahren eine Renaissance. Die Kunsthochschule in Weimar und die Bauhausbauten in Dessau gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und sind mit den ihnen angeschlossenen Museen ein Anziehungspunkt für kunstinteressierte Besucher aus aller Welt.

 

Drei weitere Bauhaus-Highlights in Deutschland: Die Neue Nationalgalerie in Berlin: Das Museum für die Kunst des 20.Jahrhunderts gilt als Ikone der klassischen Moderne und ist eines der bekanntesten Werke von Ludwig Mies van der Rohe.

Das Fagus-Werk in Alfeld, Niedersachsen: Die Schuhleisten-Firma wurde 1911 von Walter Gropius ausgebaut und ist das Erstlingswerk des späteren Bauhaus-Gründers. 2011 wurde es in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Weissenhofmuseum in Stuttgart, Baden- Würtemberg: Das Museum für Architekturgeschichte befindet sich in einem von Le Corbusier und Pierre Jeanneret entworfenen Doppelhaus. Das Doppelhaus ist Teil der Weissenhof Siedlung die 1927 unter der Leitung von Mies van der Rohe erbaut wurde . Im 2. Weltkrieg wurde die Siedlung größtenteils zerstört.

Zum weiterlesen:

UNESCO Weltkulturerbestätten in Deutschland

Bauhaus: Ideen aus Thüringen erobern die Welt

Sie sind international bekannt: Die Chaiselongue von Le Corbusier, der Eames Chair von Charles Eames oder die architektonischen Designs von Ludwig Mies van der Rohe. Man findet sie in schicken Lofts und auf öffentlichen Plätzen. Sie sind Produkte aus  der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Man nennt diese Kunstbewegung Bauhaus.

Woher kommt sie und was bedeutet sie? Wo ist die Heimat des Stils so wichtig bis heute für Architektur und Design? Was haben die Bauhaus-Künstler gedacht?

Heimat des Bauhausstils ist nicht New York oder Mailand. Es sind zwei kleine deutsche Städte: Weimar und Dessau in den Bundesländern Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Der Erfolg von Bauhaus beginnt im März 1919 in Weimar. Der Architekt Walter Gropius gründet das Bauhaus. Es ist eine Kunsthochschule für Malerei, Kunstgewerbe und Baukunst. Seine Idee: Alle Künste sollen zusammen sein. Alle Studenten sollen bildende Kunst studieren und auch Handwerk lernen. Die Künstler Mies van der Rohe und Hannes Meyer sind die Dozenten am Bauhaus.

Das Bauhaus in Weimar war in einer Stadt mit viel Kultur und Historie. Die großen Autoren Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottfried Herder haben hier gelebt. Sie haben die wichtigsten Werke der deutschen Klassik geschrieben. In Weimar kann man ihre Häuser auch heute sehen. Und die von Friedrich Nietzsche (Philosoph) und Franz Liszt (Musiker).

Im November 1918 gründen die Deutschen die erste deutsche Republik  – die Weimarer Republik. Ein paar Monate vor der Eröffnung der Kunsthochschule in Weimar.

Der erste Weltkrieg ist vorbei. Die Atmosphäre ist eine Stimmung von Aufbruch und Hoffnung in Deutschland, auch in der Kunstszene.

Das Bauhaus hat große Ziele: Mit Kunst die Welt verbessern und Kunst in den Alltag der Menschen integrieren. Ihre Werke sollen nicht nur für die Reichen da sein, sondern für alle.

Diese neuen, revolutionären Ideen sind sehr attraktiv für internationale Künstler. Lyonel Feininger, Paul Klee, Johannes Itten, Oskar Schlemmer oder Wassily Kandinsky kommen in die kleine deutsche Stadt in Thüringen. 1924 muss das Bauhaus nach Dessau in Sachsen-Anhalt umziehen. Alle Künstler und Dozenten kommen mit .

Die Probleme in Weimar sind konservative Politiker und immer weniger Geld. Die politisch rechten Parteien wollen das Bauhaus nicht. Sie sind gegen die liberalen Ideen der Künstler vom Bauhaus.

Sieben Jahre ist das Bauhaus in Dessau. Industrielle Produkte und Massenproduktion für alle ist jetzt ein wichtiges Ziel.

Die Politik in Deutschland macht die Arbeit der Kunsthochschule immer schwerer. Die Nationalsozialisten tolerieren ihre Ideale und Philosophie nicht. 1932 muss das Bauhaus aus Dessau weggehen. Es bleibt noch ein Jahr in Berlin. Die Nationalsozialisten haben dann das Bauhaus endgültig geschlossen.

Zur Massenproduktion der Bauhaus-Produkte kommt es nicht. Der Stil und die Ideen sind aber bis heute für internationale Architektur und Design sehr wichtig. Besonders in der Architektur gibt es für den Bauhausstil in den letzten Jahren eine Renaissance. Die Kunsthochschule in Weimar und die Bauhausbauten in Dessau sind UNESCO- Weltkulturerbe. Besucher aus aller Welt kommen, um sie und die Museen zu sehen.

Drei weitere Bauhaus-Highlights in Deutschland:

Die Neue Nationalgalerie in Berlin

Das Fagus-Werk in Alfeld, Niedersachsen

Weissenhofmuseum in Stuttgart, Baden- Württemberg .

Zum weiterlesen:

UNESCO Weltkulturerbestätten in Deutschland