Jugendporträt- Stephanie

Transcript
Ich bin Stephanie Buechli, geboren am 8. April 1992 Meine Eltern haben einen Bauernhof auf genau 1580m überm Meer im Safiental in der Schweiz. Wir leben hier sehr abgesondert von der Zivilisation. Im gesamten Tal sind es etwa dreihundert Einwohner. Mit dreizehn bin ich dann auf das Gymnasium gekommen und habe angefangen im Schulchor mitzusingen. Ich weiß noch genau, wie ich mich fühlte als wir zum ersten Mal den Messiahs von Händel sangen. Für mich war es fast unglaublich. Ich war so ergriffen und beeindruckt von der Kraft und Intensität der Musik, dass mir klar wurde, dass ich gerne singen möchte. Das war ein wichtiges Schlüsselerlebnis in meinem Leben. Heute studiere ich Gesang und musste dafür in die Stadt ziehen. Am meisten Mühe habe ich damit, dass es so laut ist. Man hört die Autos, riecht Abgas und die Privatsphäre ist auch nicht mehr so groß wie auf dem Land. So freue ich mich jedes Mal fast wie ein Kind aufs nach Hause kommen. Ich liebe es, wenn ich die vertrauten Berge sehe, die seit Jahrtausenden gleich aussehen und felsenfest an Ort und Stelle bleiben. Wenn ich dann daheim bin und das Haus sehe, im Stall die Kühe und Pferde rieche und sehe, dass es allen gut geht, dann bin ich so richtig glücklich. Meistens fange ich dann an zu singen und die Töne sprudeln dann nur so aus mir hervor. Man kann wahrscheinlich keine Sätze, Melodien oder Lieder erkennen. Es sind einfach nur Klänge. Wenn ich nach Hause komme, fühle ich mich wie wenn alle Alltagssorgen und der ganze Dreck von einem wegfällt und man frei wie ein Vogel ist. Ich liebe das Leben hier in den Bergen, liebe die Abgeschiedenheit, weg vom Fernsehen und Computern. Weg von den Problemen der Zivilisation und den hohen Ansprüchen der Mitmenschen. Hier kann ich, ich selber sein. In meiner freien Zeit schaue ich einfach die Landschaft an, schaue zu wie die Bauern heuen, was die Murmeltiere machen und wie die Wolken vorbeiziehen. Ich hoffe, dass ich in meiner Zukunft genug Zeit haben werde, weiterhin solche kleinen Dinge zu machen. Oder auch einfach die Natur zu genießen. Daher ist es auch kein ausgesprochenes Ziel von mir, eine weltberühmte Sängerin zu werden. Ich würde aber auch trotzdem gerne Mitmenschen mit meiner Stimme, meiner Musik berühren und ihnen Freude bereiten. Darum stelle ich mir meine Traumzukunft so vor, dass ich beide Welten miteinander verbinden kann. Im Winter in einer Musikschule unterrichten und bei Projekten als Solistin mitmachen. Und im Sommer dann auf die Alp gehen, mit den Tieren sein und die Natur und Ruhe genießen. Denn wo ist es geeigneter aufzuwachsen als in einem so schönen Ort wie im Safiental? [GESANG]

Mitten in der idyllischsten Bergwelt der Schweiz umgeben von malerischen Seen und grünen Tälern lebt Stephanie, 20 mit ihren Eltern und ihren drei Brüdern in völliger Abgeschiedenheit auf einer Alp.

Vor einigen Jahren entdeckte ihre Gesangslehrerin Stephanies stimmliches Talent, woraufhin sie anfing klassischen Gesang in Österreich zu studieren.

Seit nunmehr zwei Jahren fährt sie darum 3-4 Tage die Woche nach Österreich, wo sie ein kleines Zimmer in einer WG hat, um den Rest der Woche zurück auf der Alp ihrer Eltern zu leben. Geld für ihr Studium verdient sie auf der benachbarten Alp, wo sie in der Gaststätte hilft. Anders als andere Jugendliche in Stephanies Alter liebt sie das einfache Leben in der Abgeschiedenheit der Berge und kann sich kein anderes Leben vorstellen.

Welche Sehnsüchte und Vorstellungen von ihrer Zukunft hat sie? Was bedeutet für sie Glück und Zufriedenheit?

Gefilmt von Oddiseefilms